nec 2014 nec 2015 nec 2016 nec 2017 nec 2018

Vortragende

Oda Becker

Oda Becker (Physikerin) ist eine unabhängige, selbstständige wissenschaftliche Beraterin für nukleare Risiken. Sie wurde am 7. Juli 1962 geboren und studierte Physik und Erziehungswissenschaften an der Universität Hannover. 2006 bis 2011 hatte Oda Becker eine Professur an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hannover.

Seit 1999 hat sie an mehreren Untersuchungen von Kernkraftwerken und Speicheranlagen teilgenommen und unter anderem die Unfallszenarien analysiert, die sich aus möglichen Terroranschlägen ergeben. Sie verfügt über Kenntnisse und Erfahrungen in wichtigen Aspekten der Nukleartechnologie und Sicherheit. Zu ihren Kunden zählen die österreichische Bundesregierung sowie mehrere Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Sie hat an verschiedenen Gutachten über die Sicherheit von Kernkraftwerken in verschiedenen Ländern im Auftrag der Umweltbehörde Österreich gearbeitet (zum Beispiel: Dukovany KKW, Tschechische Republik; Paks KKW, Ungarn; Hinkley Point, UK). Aktuelle Arbeiten umfassen Studien zu Sicherheitsfragen in deutschen und europäischen Kernkraftwerken – z. B. deren Alterung.

Vortrag: Technische Aspekte zur Studie: Risiko von Laufzeitverlängerungen alter AKW

Bruno Chareyron

Bruno Chareyron ist ein französischer Ingenieur für Energie- und Kernphysik mit einem Master in Teilchenphysik (1987). Seit 1993 ist er Direktor des CRIIRAD-Labors. Diese französische NGO CRIIRAD – Commission for Independent Research and Information on Radiation – wurde 1986 nach der Tschernobyl-Katastrophe gegründet.
In seiner Arbeit widmet sich Chareyron einer unabhängigen Strahlenüberwachung in der Umwelt, um den Schutz der Menschen vor Strahlung zumindest zu verbessern. Außerdem arbeitet er zu den Auswirkungen des Uranabbaus auf Gesundheit und Umwelt. Er führte mehrere internationale Studien durch und unterstützte auch die Initiativen von Bürgern in Japan zur unabhängigen Überwachung der durch den Atomunfall von Fukushima ausgelösten Kontamination.

Im Jahr 2016 erhielt Bruno Chareyron den Nuclear-Free Future Award in der Kategorie „Aufklärung“ für „sein unerschütterliches Engagement, die Desinformation durch die Nuklearindustrie aufzudecken und das öffentliche Verständnis in Frankreich und auf der ganzen Welt zu steigern“.
Auf der NEC2019 wird er über die aktuelle Situation in Frankreich berichten, in Bezug auf Sicherheitsmängel, die Kontrolle der zur Verfügung stehenden Informationen und deren Transparenz im Zusammenhang mit der Laufzeitverlängerung von Kernreaktoren.

Vortrag: Situation in einzelnen Staaten (Frankreich)

Ulla Klötzer

Die Finnin Ulla Klötzer ist ehemalige Lehrerin, war Politikerin und sie ist Friedens- und Umweltaktivistin. Als Gründerin und Vorsitzende der Finnischen Frauen gegen Atomkraft engagiert sie sich seit Jahren hartnäckig gegen Gefahr und Unsinnigkeit von AKW und tritt als Mediensprecherin, Referentin, Netzwerkerin, Organisatorin und immer wieder als Initiatorin internationaler Kampagnen in Erscheinung – im ihrem atomeuphorischen Heimatland genauso wie auf EU-Ebene.

Vortrag: Situation in einzelnen Staaten (Finnland)

József Kóbor

Dr. József Kóbor ist promovierter Biophysiker im Bereich Strahlenbiologie und Strahlenschutz und Physiker im medizinischen Bereich der Onkologie- und Strahlentherapie. Er fungiert als Strahlenschutzbeauftragter des Universitätsklinikums in Pécs nach den Kriterien der Ungarischen Atomenergiebehörde (HAEA).

Kóbor ist zudem Politikwissenschafter (BSc), Abgeordneter im Stadtrat Pécs und kandidiert derzeit in Ungarn auch auf der Europaliste der Grünen Partei. Er engagiert sich außerdem als Mitglied im Grüner Kreis (NGO in Pécs), bei Nuclear Transparency Watch sowie der Forschungsgruppe ‚BEACON’ im Rahmen des ‚European Joint Project on Radioactive Waste Disposal’.

Vortrag: Situation in einzelnen Staaten (Ungarn)

Patricia Lorenz

Patricia Lorenz arbeitet seit 1993 bei der österreichischen Umweltorganisation GLOBAL 2000, seit fast zwei Jahrzehnten auch in Brüssel für Friends of the Earth Europe. Die ausgebildete Übersetzerin und Dolmetscherin ist Autorin mehrerer einschlägiger Studien. In ihrer langjährigen Tätigkeit hat sich Lorenz u. a. auch mit den Möglichkeiten der Beteiligung an grenzüberschreitenden Verfahren gegen Bau und Laufzeitverlängerungen von Atomreaktoren befasst. Patricia Lorenz ist in die laufenden Verhandlungen zur Einführung verpflichtender UVP für Lebensdauerverlängerungen von AKW (PLEX) unter der Espoo-Konvention involviert.

Vortrag: Gesetz und Recht: Möglichkeiten gegen Laufzeitverlängerungen

Kaspar Müller

Der unabhängige Schweizer Ökonom Kaspar Müller (1952) (www.kaspar-mueller.ch) widmet sich in seiner umfangreichen Arbeit dem Spannungsfeld zwischen Ethik und Wirtschaft, Nachhaltigkeit und Finanzmarkt, Ökologie und Demokratie. Er ist Verfasser zahlreichen Studien, Referent an verschiedenen Universitäten und Fachschulen und Vorsitzender des Beirats Nachhaltigkeit der Basler Kantonalbank und Bank Cler. Während seiner aktiven beruflichen Laufbahn war er unter anderem Mitglied der Fachkommission für Rechnungslegungs-standards Swiss GAAP FER, Präsident der Stiftung Ethos und des Verwaltungsrates der Ethos Services SA, Genf.

Im Jahre 2007 hat er für den Bericht «Comparison among different decommissioning funds methodologies for nuclear installations» zu Handen der European Commission den Teil «Analysis of Financial Consequences and Risks» geschrieben. Seither befasst er sich mit der Frage der finanziellen Werthaltigkeit von Kernkraftwerken.
In seinem Vortrag wird Müller darlegen, dass die Atomkraft nie rentabel war und es nie sein wird, auch nicht wenn man die Laufzeiten verlängert, im Gegenteil.

Vortrag: Atomkraft - unrentabel von A bis Z

Klaus Gufler

Klaus Gufler studierte Politikwissenschaften in Wien. Von 2008 bis 2010 arbeitete er am Institut für Risikoforschung der Universität Wien. Seit dieser Zeit befasst er sich mit dem Bereich der Nuklearen Sicherheit. Ab 2011 forscht und lehrt Klaus Gufler am Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften der Universität für Bodenkultur Wien.

Vortrag: Technische Aspekte zur Studie: Risiko von Laufzeitverlängerungen alter AKW

Wolfgang Renneberg

Wolfgang Renneberg studierte Physik und Jus. Seit den späten achtziger Jahren war er in leitenden Funktionen der nuklearen Sicherheitsabteilungen von Ministerien in Deutschland (Hamburg, Schleswig-Holstein, Hessen) tätig. Von 1994 bis 1999 war er der ausführende Leiter der Atomaufsichtsbehörde in Hessen, von 1999 bis 2009 der verantwortliche Leiter der deutschen Nuklearbehörde im Bundesministerium für Umwelt und Reaktorsicherheit.
Nach dem Fukushima-Unfall hatte er 2013 eine führende Rolle als Berater politischer Verantwortlicher und bei der Information der Öffentlichkeit über den Unfall und seine Folgen.
Von 2012 bis 2015 arbeitete er als Universitätsprofessor am Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften der Universität für Bodenkultur in Wien. Seit 2010 ist er Direktor des Büros für Atomsicherheit.

Er war Mitglied der WENRA (Westeuropäische Nuklearvereinigung), Mitglied der ENSREG (Gruppe der europäischen Nuklearen Sicherheitsregulatoren), Mitglied und Vorsitzender (2006) der INRA (International Nuclear Regulators Association) und ist nun Mitglied der NTW (Nuclear Transparency Watch) und INRAG (International Nuclear Risk Assessment Group).
Renneberg ist Autor mehrerer Studien und Publikationen in deutschen Printmedien zu Risiken von Atomkraftwerken und zur nationalen und internationalen Verwaltung im Nuklearbereich.

Vortrag: Keynote zur Studie: Risiko von Laufzeitverlängerungen alter AKW - Hintergründe und Herangehensweise

Leo Šešerko

Leo Šešerko ist Doktor der Philosophie und hält eine Professur für Umweltökonomie und Umweltsoziologie am Umweltkolleg in Velenje, Slowenien. Er beschäftigt sich in seinen Publikationen und Vortragstätigkeiten mit der Frage der ökosozialen Verantwortung. 1990 war er Vizepremier und Umweltminister der ersten demokratisch gewählten Regierung Sloweniens. Nach wie vor agiert Šešerko als Umweltaktivist in internationaler Vernetzung.

Vortrag: Situation in einzelnen Staaten (Slowenien)

Dalibor Stráský

Dalibor Stráský studierte Nukleartechnik an der Fakultät für Kern- und Physikalische Technik der Technischen Universität in Prag mit dem Schwerpunkt ‚Theorie der Kernreaktortechnologie’. Nach Abschluss des Studiums im Jahr 1985 begann er als Designer bei Energoprojekt Praha auf der Baustelle des Kernkraftwerks Dukovany. Im selben Kraftwerk später auch als Operator des Sekundärkreislaufs zu arbeiten. Seine nächste Anstellung fand er im Kernkraftwerk in Temelín im Bereich der Produktionsvorbereitung.

Von 1990 bis 1997 war Stráský als Energieberater für NGOs und von 1998 bis 2008 (2005 - 2008 extern) schließlich auch als Energieberater des tschechischen Umweltministeriums tätig. Seit 2011 ist er als Anti-Atombeauftragter des Landes Oberösterreich.

Vortrag: Situation in einzelnen Staaten (Tschechien)